Narben

Akupunktur

Gesund im Sinne der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) ist man dann, wenn man sich im energetischen Gleichgewicht befindet. Dieses Gleichgewicht kann durch äußere und innere Einflüsse gestört werden. Die TCM behandelt/dämpft keine Symptome sondern sieht jedes Körperteil/Organ einem sogenannten Funktionskreis zugeordnet, der sich energetisch in einem unausgewogenem Zustand befinden kann.

Was hat es nun mit den Nadeln auf sich?
Wie sieht so eine Behandlung aus?
Gibt es unterschiedliche Methoden?

Zunächst vergessen Sie getrost einmal alles, was Ihnen ein westlicher Mediziner über das Krankheitsbild sagen würde. Das soll nicht heißen, er sagt Ihnen etwas Falsches – die chinesische Medizin hat nur eine komplett andere Betrachtungsweise. Manche Dinge, die ich Sie über Ihr Tier frage, werden Ihnen komisch vorkommen. Es werden spezielle Punkte an Ihrem Tier abgetastet, Wärme oder Kälte erfühlt, und auch scheinbar unwichtige Dinge wie z.B. Mähne, Horn, Zunge begutachtet. Sehr wichtig sind auch die Emotionen Ihres Tieres und wie es sie nach außen zeigt.

Diese Art der Diagnostik ist elementar wichtig. Ohne Kenntnisse, nach TCM zu diagnostizieren, würde die Akupunktur nach Standardkonzepten erfolgen und nicht den Ansatz der chinesischen Medizin verfolgen. Was eine große Einschränkung der Behandlungsmöglichkeiten bedeutet.

Akupunktur kann sehr schnell wirken. Es kann aber auch länge dauern. Hautkrankheiten z.B. haben meist auch eine psychische Komponente, die man nicht von heute auf morgen abstellen kann. Akupunktur ist eine sogenannte Regulationstherapie, das heißt, der Körper stellt sich um. Das heißt für Sie und Tier, dass Sie (je nach Indikation) eine Behandlung einige Male wiederholen sollten. Meist sieht man nach der 3. Behandlung schon deutlich, wie das Tier darauf anspricht. Bitte bedenken Sie dies, denn wir möchten ja einen nachhaltigen Erfolg erzielen!

Am Tag der Behandlung sollte ihr Tier keine schwere Arbeit tun müssen. Nach der Behandlung soll es ruhen dürfen. Die meisten Tiere tolerieren die Nadeln gut. Bei unruhigen, ängstlichen Tieren oder bei Katzen und Kaninchen kann man statt Nadeln auch einen speziellen Laser verwenden.

Akupunktur ist übrigens weit weniger schmerzhaft, als weitläufig angenommen. Die Akupunkturnadel ist keine Kanüle, wie wir sie von Spritzen kennen, sie ist wesentlich dünner als eine solche und es gibt sie sogar beschichtet, zum leichteren "Rutschen". Trotzdem gibt es Punkte, die schmerzhaft sein können, dann weiche ich auf den Laser aus. Bei manchen Krankheitsbildern bluten bestimmte Punkte etwas nach, nachdem die Nadel entfernt wird. Dies ist dann eine erwünschte Reaktion.

Moxa
Sind stark anregende Techniken gefragt, kann ein einzelner Punkt mit oder ohne Nadel erwärmt werden. Dazu verwendet die TCM die sogenannten Moxa-Zigarren oder Kegel aus Beifuß-Kraut. Die so behandelten Tiere empfinden das als sehr wohltuend. Ältere oder schwache Tiere profitieren sehr davon!

Locus dolendi
Hierbei handelt es sich um eine Methode zur Schmerzlinderung. Der Akupunkteur sticht um den Schmerzpunkt herum einige Nadeln (z.B. um ein schmerzendes Hüftgelenk bei HD) und anschließend noch einen speziellen Punkt am Vorderbein des Tieres. Das ist hilfreich und gut aber keine Therapie im eigentlichen Sinne.

Anmerkung:
Sollten Sie auf einen Akupunkteur treffen, der ohne Diagnose und Befragung direkt lossticht, mit einer Kanüle akupunktiert oder auf einem Turnierplatz "mal schnell ein paar Nadeln setzen" kann, damit das Tier "wieder läuft" – Hände weg !!! Das ist unseriös und schadet Ihrem Tier.